Freitag, 8. Mai 2015

April, April ...

Der April ist mal wieder wie im Flug vorübergegangen! Hier der Alltag, da ein paar kleine Feste, dort ein Geburtstag und der Monat ist schon wieder vorbei!

Anfang April wurde so etwas Ähnliches wie bei uns das Erntedankfest gefeiert, da hier momentan überall Erntezeit ist. An diesem Fest bindet man sich Maispflanzen mit einem Tuch auf den Rücken und dann wird getanzt. Es ist ein recht einfacher Tanz, aber mit dem Mais auf dem Rücken ist es echt anstrengend! Nachdem man ein paar Mal getanzt hat, darf man den Mais dann mit nach Hause nehmen, als Geschenk. Es wurde den ganzen Nachmittag getanzt und abends noch zusammengesessen.






Mitte April hatten wir in der Schule Besuch von Lehrern aus den Jungas (Das ist ein tropisches Gebiet im Tiefland in der Nähe von La Paz). Es ist wie ein Lehreraustausch zwischen der Schule hier in Challa und der Schule in den Jungas. Zwei Tage war ein Programm für sie geplant. Es wurde eine Begrüßungsfeier geschmissen, Fußball und Volleyball gespielt und zusammen gegessen.





Einen Tag haben wir in der Schule gekocht und gegessen. Die Kinder hatten Kartoffeln in Schulgarten geerntet und noch Fisch von Zuhause mitgebracht. Zuerst haben wir über einem Feuer Steine erhitzt. Danach wurden die Kartoffeln, der Fisch, Kräuter und die heißen Steine in Schichten übereinander gestapelt und zum Schluss mit etwas Stroh und einer Plastikfolie abgedichtet, sodass die Wärme nicht herauskonnte. Nach 45 Minuten garen unter der Folie, waren die Kartoffeln und der Fisch fertig. (Die kleinen silbernen Fische hier nennt man übrigens „Ispis“) Danach haben wir alle zusammen im Kreis gesessen und gegessen.







Ende April war dann Jakobs Geburtstag. Wir haben den ganzen Nachmittag in der Küche gestanden und Essen vorbereitet. Abends sind dann ein paar Freunde gekommen und wir haben zusammen gegessen und gefeiert. Es ist hier Tradition dem Geburtstagskind ein Ei auf dem Kopf zu zuschlagen. :D Das musste Jakob dann auch mitmachen! Als weitere Überraschung hat unsere kleine Gastschwester Cielo Jakob ein paar von ihren Lieblingsliedern vorgetragen.





An diesem Punkt möchte ich euch außerdem mal zeigen, wie meine Schule hier überhaupt aussieht, in der ich arbeite und euch auch ein paar Bilder von meinen Schülern zeigen!
















Das ist ein Plakat in einer meiner Klassen mit den Zahlen auf Aymara. Dachte mir, es ist auch mal interessant für euch, wie hier ungefähr die indigene Sprache ist, die alle hier sprechen. :)


Und zum Schluss hab ich euch noch ein paar Bilder zusammengesucht, die hier so in der Zwischenzeit entstanden sind und die ebenfalls mein Leben ein wenig verbildlichen. :)

Ein Fußballplatz mit Sicht auf die 5000 - 6000 Meter hohen, Schnee bedeckten Berge am Horizont.

Frisch geerntete Quinua-Pflanzen

Quinua-Ernte auf unserem Feld

Morgens und abends ziehen vor unserem Haus am Strand die Schafherden vorbei. Auch Esel, Kühe und Schweine kommen hier den Tag über oft vorbei.

Die Bucht von Challa

Aussicht vom Berg aus

Der Inca-Trail ganz oben auf den Bergen der Isla del Sol.

Einer unserer Arbeitsplätze - links haben wir Erde aufgeschüttet und den Boden geebnet, um darauf dann Tische und Bänke für Touristen aufzustellen.
Das wäre es auch schon wieder von mir! Ich hoffe euch gefallen die Fotos! Dieses mal habe ich mir nämlich gedacht Bilder erzählen mehr als viel Text. ;)
Bis denne, Leute! :)

Samstag, 4. April 2015

Eine Taufe, ein Kindergeburtstag und Schulfeste

Zack, und nun ist auch schon der März wieder vorbei! Und einiges ist wieder passiert im vergangenen Monat.

Es fing mit dem ersten großen Fest am 14.03. an. Wir haben den 5. Geburtstag und am selben Tag auch die Taufe von meiner Gastschwester Cielo gefeiert.
Schon die ganze Woche zuvor wurde viel vorbereitet, geschmückt, gebacken und Einladungen verteilt.
Dann am Samstagmorgen waren Cielos Freundinnen zum Kindergeburtstag eingeladen. Das war echt witzig und süß anzusehen, da am Anfang alle total schüchtern auf den Stühlen gesessen haben, aber am Schluss dann doch getanzt und gesungen haben. Außerdem gab es natürlich Geburtstagskuchen und es wurde ein Ständchen gesungen. Was hier auch Tradition ist, ist eine Piñatas an der Decke aufzuhängen, diese über den Köpfen der Kinder aufzureißen und alle Kinder sich auf die Süßigkeiten stürzen, die auf sie herunter fallen. Am Ende hat dann jedes Kind ein „Kanaster“ (ein „Nach-Hause-Tütchen“) mit Süßem und Überraschungen bekommen, die sie mit nach Hause nehmen durften.

Plätzchen backen für den Kindergeburtstag

Limbo!

Tanzen! :D

Kurz bevor die Piñata kaputt gerissen wurde...

Das stolze Geburtstagskind mit ihren Geburtstagstorten.



Als dann der Kindergeburtstag vorbei war, hieß es direkt umziehen und schick machen für die Taufe, denn diese fand direkt anschließend am Nachmittag statt. Da wir allerdings zur Kirche in Copacabana mussten, mussten wir erst noch eine Stunde mit dem Boot ans Festland fahren.
Um 16 Uhr fand dort in der großen Kirche die Taufe statt. Es war eine extra Zeremonie im kleinen Rahmen für die drei Kinder, die an diesem Termin getauft wurden. Der Taufpate von Cielo ist übrigens ein ehemaliger deutscher Freiwilliger, der damals auf der Isla war, als Cielo geboren wurde.
Als wir danach aus der Kirche kamen, wurden erst mal alle Angehörigen mit weißem Konfetti dekoriert und beglückwünscht. Danach konnte man ganz genau ausmachen, wer zu der Taufgesellschaft gehörte, da wir alle überall weißes Konfetti hatten.
Später als wir mit dem Boot wieder zurück zur Isla gefahren waren, gab es erst Abendessen und danach haben wir noch lange weiter gefeiert.
Es war eine tolle Erfahrung und ein echt gelungener Abend! Vor allem als Cielo um ca.1 Uhr nachts noch mal in ihrem Schlafanzug auf der Party aufgekreuzt ist und bis um 3 Uhr weiter mit uns gefeiert hat, weil sie nicht mehr schlafen wollte! Dieses Kind! :D


Ich und Cielo, kurz vor der Abfahrt nach Copacabana

In der Kirche in Copacabana

Die Taufe

Cielo mit ihrer Taufkerze und ihrem Patenonkel

Der weiße Konfettiregen draußen vor der Kirche.

Gruppenfoto nach der Taufe

Abends wurde noch viel gefeiert!

Am 19.03. fand dann ein Fest in der Schule statt, denn es war der „Día del padre boliviano“ (Vatertag). Die Schüler haben Gedichte, Tänze oder Lieder für ihre Väter vorgetragen. Danach wurde, typisch bolivianisch, noch zusammen Mittag gegessen.


Alle Schüler haben sich vor der Tribüne versammelt

Die Nationalhymne wurde gesungen und die Fahnen gehisst.

Eiin Schüler, der ein Gedicht vorträgt.

Der Direktor hat auch eine Ansprache gehalten.

Es wurden auch Tänze vorgeführt.


Den Montag darauf, am 23.03., war der 35. Jahrestag der Schule in Challa. Zur Feier dieses Anlasses gab es ein großes Fest. Es wurden die Vorgesetzten der Gemeinde und die Eltern eingeladen. Morgens haben wieder die Schüler Tänze, Gedichte, Lieder oder Sketche vorgetragen. Zum Mittag sind wir dann eingeladen worden mit den Lehrern und den Vorgesetzten zu essen. Danach hat eine Tanzgruppe verschiedene Tänze vorgeführt und verschiedene Musikkapellen haben gespielt.

Die Vorgesetzten der Gemeinde


Die ganz Kleinen haben einen Ententanz aufgeführt.






Die Schüler haben viele verschiedene traditionelle Tänze aufgeführt.



Musikkapelle am Nachmittag

Die Tanzgruppe am Nachmittag

Ein festlicher Umzug

Eine weitere Musikgruppe


Des Weiteren teilen wir hier momentan unser Haus mit drei deutschen Zahnärztinnen. Sie sind für drei Wochen hier auf der Isla und behandeln kostenfrei jeden der Einwohner. Sie haben ein eigenes Behandlungszimmer, das recht gut ausgestattet ist, sodass alle Grundbehandlungen problemlos durchgeführt werden können.
Durch die Organisation „dentists and friends“ kommen alle sechs Monate Zahnärzte auf die Isla. Das ist ein sehr wichtiges Projekt, da es hier keinerlei Ärzte gibt und die Menschen noch nicht das Bewusstsein dafür haben, dass regelmäßiges Zähneputzen sehr wichtig ist. Dadurch hat die Mehrheit der Leute recht schlechte Zähne - sogar schon dreijährige Kinder - und immer wieder haben die Ärzte viel zu tun. Damit sich dies auf Dauer ändern kann, machen die Zahnärzte auch Präventionsarbeit. Sie gehen in die Schulen, putzen mit den Kindern Zähne und fluoridieren jedes Kind danach.

Das Behandlungszimmer

Abgesehen von den Festen und allem anderen ist hier alles weiter ganz alltäglich verlaufen. Momentan sind wir mitten in der Erntezeit und sind daher oft mit Nelson irgendwo in den Bergen auf den Feldern und helfen z.B. beim Kartoffeln ernten. Da wir immer was zu tun haben, vergeht die Zeit momentan recht schnell.